In einer Befragung von Hiring Managern gaben 17 Prozent an, im vergangenen Jahr direkt mit Deepfake-Technologie in einem Video-Interview konfrontiert gewesen zu sein. In einer Gartner-Umfrage unter rund 3.000 Jobsuchenden räumten zudem 6 Prozent ein, bei einem Bewerbungsgespräch in irgendeiner Form betrogen zu haben. Diese Zahlen zeigen: Das klassische Videointerview, lange als praktischer Ersatz für das persönliche Gespräch gefeiert, wird zunehmend selbst zum Sicherheitsrisiko im Recruiting.

Wie funktioniert Betrug per Deepfake im Bewerbungsgespräch?

Die Bandbreite reicht von KI-gestützten Echtzeit-Antwortsystemen, die während des Gesprächs unauffällig Formulierungen einblenden, über Stimmveränderungssoftware bis zu vollständigem Identitätstausch: Eine Person führt das Interview, eine andere tritt später den Job an. 59 Prozent der befragten Fachkräfte gehen bereits davon aus, dass Bewerbende generative KI zur eigenen Selbstdarstellung nutzen. Besonders brisant: 62 Prozent der HR-Verantwortlichen räumen ein, dass Bewerbende inzwischen besser im Täuschen sind, als Recruiter im Erkennen.

Warum ist das kein Randproblem mehr?

Wirtschaftlich betrachtet ist Bewerbungsbetrug längst kein theoretisches Risiko: 23 Prozent der befragten Unternehmen verloren durch gefälschte Kandidaten mehr als 50.000 US-Dollar, 10 Prozent sogar über 100.000 US-Dollar – etwa durch Fehlbesetzungen, abgebrochene Onboardings oder unautorisierten Systemzugang. Einige grosse Unternehmen haben deshalb laut Medienberichten bereits wieder verpflichtende persönliche Gespräche eingeführt. Für die meisten Unternehmen mit internationalem oder vollständig remote organisiertem Recruiting ist das jedoch keine praktikable Lösung.

Woran erkennt man einen manipulierten Videocall?

Typische Warnsignale sind unnatürliche Übergänge bei Kopfbewegungen, eine auffällig statische Beleuchtung im Gesicht bei bewegtem Hintergrund, leicht asynchrone Lippenbewegungen und Ton sowie eine ungewöhnlich verzögerte oder monotone Reaktion auf spontane Zwischenfragen. Keines dieser Signale beweist für sich allein einen Betrug – entscheidend ist die Kombination mehrerer unabhängiger Auffälligkeiten, ergänzt um eine technische Verifikation.

Was können Personalabteilungen konkret tun?

Ein strukturierter Liveness-Check verifiziert die physische Anwesenheit und Identität einer Person in Echtzeit und gleicht sie mit einem amtlichen Ausweisdokument ab – als Ergänzung zum Interview, nicht als dessen Ersatz. Sinnvoll ist das insbesondere bei remote arbeitenden Mitarbeitenden, Freelancern und Positionen mit Zugang zu sensiblen Daten oder Systemen. Validato bietet einen solchen Liveness-Check als eines von 18 wählbaren Prüfmodulen an, kombinierbar mit Identitätsprüfung, Referenzcheck oder Sanktionslistenprüfung.

Quelle

Zusammenfassung mehrerer öffentlich zugänglicher Erhebungen zu KI-gestütztem Interviewbetrug (u. a. Gartner-Umfrage 2026, HR-Manager-Befragungen 2025/2026), eingeordnet bei Sherlock.sh, "Rise of AI Interview Fraud in 2026: Deepfakes, Proxy Hiring & How to Protect Your Company".

Validato unterstützt Unternehmen mit einem Liveness-Check und weiteren Prüfmodulen dabei, die Identität von Bewerbenden im Video-Interview zuverlässig zu verifizieren. Mehr dazu unter validato.com.