Nicht jede Sicherheitslücke kommt von aussen: Nach einer vom Ponemon Institute durchgeführten Studie, für die 1.004 IT-Fachleute aus 278 Unternehmen weltweit befragt und 6.803 Insider-Vorfälle ausgewertet wurden, kosten Sicherheitsvorfälle durch Insider betroffene Unternehmen im Schnitt 15,4 Millionen US-Dollar pro Jahr – ein Anstieg von 34 Prozent gegenüber 11,45 Millionen US-Dollar zwei Jahre zuvor. Für Personalabteilungen ist das ein klares Signal: Risikoprüfungen dürfen nicht mit dem Unterschreiben des Arbeitsvertrags enden.
Wie stark nehmen Insider-Vorfälle zu?
Die Zahl der Vorfälle stieg innerhalb von zwei Jahren um 44 Prozent; 67 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten zwischen 21 und über 40 Insider-Vorfälle pro Jahr. Die Eindämmung eines einzelnen Vorfalls dauerte im Schnitt 85 Tage – Fälle, deren Behebung länger als 90 Tage in Anspruch nahm, fielen mit durchschnittlich 17,19 Millionen US-Dollar deutlich teurer aus als der Durchschnitt.
Welche Arten von Insider-Risiken gibt es?
Die Studie unterscheidet drei Kategorien: 56 Prozent aller Vorfälle entfallen auf fahrlässiges Verhalten von Mitarbeitenden (Durchschnittskosten 484.931 US-Dollar pro Vorfall), etwa durch falsch versendete Daten oder unsachgemässen Umgang mit Zugängen. Böswillige oder kriminelle Insider verursachen 26 Prozent der Fälle mit durchschnittlich 648.062 US-Dollar Schaden. Kompromittierte Konten kommen mit 18 Prozent zwar am seltensten vor, sind mit durchschnittlich 804.997 US-Dollar pro Vorfall aber die teuerste Kategorie.
Warum reicht ein Check bei der Einstellung nicht aus?
Allen drei Kategorien ist gemeinsam, dass die betroffene Person zum Zeitpunkt der Einstellung in aller Regel unauffällig war – das Risiko entsteht erst im Verlauf der Beschäftigung, etwa durch veränderte Lebensumstände, neue Zugriffsrechte oder einen Rollenwechsel. Ein Background-Check zum Einstellungszeitpunkt ist deshalb bestenfalls eine Momentaufnahme.
Was bedeutet kontinuierliches In-Employment-Screening?
Statt sich auf eine einmalige Prüfung beim Onboarding zu verlassen, ergänzen Unternehmen diese zunehmend um ein kontinuierliches In-Employment-Screening, das insbesondere bei Rollenwechseln, erweiterten Zugriffsrechten oder in sicherheitskritischen Positionen ansetzt – etwa durch eine aktualisierte Sanktionslistenprüfung oder eine erneute Prüfung bei sicherheitsrelevanten Positionswechseln.
Wie lässt sich das strukturiert umsetzen?
Entsprechende Module lassen sich sowohl für bestehende Mitarbeitende als auch für externe Dienstleister einsetzen und positionieren Human Risk Management damit ausdrücklich als fortlaufenden Prozess statt als einmaligen Prüfschritt beim Onboarding.
Quelle
Ponemon-Institute-Studie zu Insider-Bedrohungen, zitiert in einer Pressemitteilung von Proofpoint, "Neue Proofpoint-Studie zeigt: Sicherheitsvorfälle durch Insider kosten Unternehmen jährlich im Schnitt 15,4 Millionen US-Dollar". Die zugrunde liegende Datenerhebung stammt aus 2021/2022.
Von