Als CTO werde ich oft gefragt: „Wir sind ISO 27001 zertifiziert, warum brauchen wir noch ein strukturiertes Background Screening?“ Meine Antwort ist immer dieselbe: Ein Zertifikat an der Wand ist kein Schutzschild gegen einen Innentäter mit legitimen Zugangsdaten.

In der Welt der IT-Governance neigen wir dazu, Compliance mit Sicherheit zu verwechseln. Wir haken Listen ab, bestehen Audits und fühlen uns sicher. Doch während wir unsere technische Infrastruktur bis zum Exzess härten, lassen wir bei der wichtigsten Komponente oft die Sorgfalt vermissen: bei der Identität der Menschen, denen wir die „Keys to the Kingdom“ anvertrauen.


Die Illusion der Sicherheit

Compliance (wie ISO 27001, NIS2 oder SOC2) gibt uns einen Rahmen vor. Sie sagt uns, dass wir Risiken managen müssen. Sie sagt uns aber selten im Detail, wie tiefgreifend wir die Integrität unserer privilegierten Nutzer prüfen müssen.

Das Ergebnis? Viele Unternehmen betrachten Background Checks als reinen HR-Prozess, der einmalig bei der Einstellung stattfindet – oft nur oberflächlich. Doch für einen Angreifer oder einen betrügerischen Mitarbeiter ist ein Audit-Bericht kein Hindernis.


Identitätsbetrug: Das unterschätzte Risiko

Immer häufiger sehen wir Fälle von „Synthetic Identities“ oder gefälschten Lebensläufen, besonders im Remote-Recruiting. Wenn jemand mit einer gefälschten Identität oder manipulierten Referenzen in Ihr Dev-Team gelangt, bringen Ihnen Ihre Firewalls nichts mehr. Diese Person:

  1. Checkt Code in Ihre Repositories ein.
  2. Hat Zugriff auf Ihre Cloud-Konfiguration.
  3. Kennt Ihre Schwachstellen.

Echte Sicherheit beginnt nicht beim ersten Login, sondern bei der Verifizierung der Person hinter dem Account.


Validato: Von der Pflicht zur Kür

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Während herkömmliche Prozesse Wochen dauern und oft lückenhaft sind, ermöglicht ein moderner Ansatz (wie wir ihn bei Validato verfolgen) eine nahtlose Integration von Screening in den Security-Stack.

Aus CTO-Sicht ist Screening kein administrativer Ballast, sondern ein Data-Point für das Risikomanagement:

  1. Identity Assurance: Sicherstellen, dass die Person wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein.
  2. Integritäts-Check: Verifizierung von Qualifikationen und beruflichem Hintergrund, um das Risiko von Industriespionage zu minimieren.
  3. Regulatory Alignment: Proaktive Erfüllung der immer strengeren Anforderungen von NIS2 und DORA.


Der Shift: Screening als „Continuous Trust“

Wir reden in der IT viel über Zero Trust. „Never trust, always verify.“ Warum wenden wir dieses Prinzip auf jedes Datenpaket an, aber nicht auf die Person, die das Paket sendet?

Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Ein modernes Unternehmen braucht einen Workflow, der Screening nicht als Hindernis, sondern als Enabler versteht. Wenn ich weiß, dass jeder Mitarbeiter in einer sensiblen Rolle verifiziert ist, senkt das mein betriebliches Restrisiko massiv.


Fazit

Hören Sie auf, Sicherheit nur in Bits und Bytes zu denken. Wenn Ihr Risikomodell den Faktor Mensch nur als „User Awareness Training“ abbildet, haben Sie eine riesige Flanke offen.

Compliance ist das Fundament, aber Background Screening ist der Mörtel, der die Steine zusammenhält. Es ist an der Zeit, die Identitätsprüfung aus der HR-Ecke in das Zentrum Ihrer Sicherheitsarchitektur zu rücken.

Möchten Sie den Status Quo Ihrer Personalsicherheit kritisch hinterfragen? Validato hilft Ihnen dabei, Compliance in echte Resilienz zu verwandeln.