Wenn die Gefahr von innen kommt: Sabotage durch Mitarbeitende frühzeitig erkennen

In vielen Unternehmen konzentrieren sich Sicherheitsstrategien auf externe Bedrohungen - wie Hacker, Phishing oder wirtschaftskriminelle Angriffe von außen. Was aber, wenn die eigentliche Gefahr im Unternehmen selbst lauert?


Sabotage durch die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist keine Theorie, sondern Realität. Gerade in sensiblen Bereichen wie IT, Technik oder Finanzen können Einzelne mit Zugang zu kritischen Systemen erheblichen Schaden anrichten - aus Frustration, persönlichen Motiven oder bewusstem Kalkül.


Sabotage von innen - ein unterschätztes Risiko

Stellen Sie sich vor: Ein langjähriger Mitarbeiter wird versetzt, fühlt sich ungerecht behandelt und beginnt, Systemabläufe zu manipulieren. Zugänge werden gesperrt, Daten gelöscht, ganze Abteilungen stehen still. Der wirtschaftliche Schaden? Schnell im sechsstelligen Bereich - vom Imageschaden und Vertrauensverlust ganz zu schweigen.


Solche Szenarien spielen sich nicht nur in Thrillern ab, sondern in realen Unternehmen. Und sie zeigen: Nicht jede Bedrohung kommt durch die Firewall - manche kommen mit Ausweis ins Büro.


Warum Innentäter so gefährlich sind

Der Zugang zu vertraulichen Informationen, das Wissen um Schwachstellen im System und das Vertrauen der Organisation - all das macht potenzielle Innentäter so gefährlich. Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Sicherheitsvorfälle auf interne Quellen zurückzuführen sind.


Dabei spielt nicht nur kriminelle Energie eine Rolle. Oft sind es persönliche Konflikte, Loyalitätsbrüche oder emotionale Auslöser, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bringen, sich gegen das eigene Unternehmen zu wenden.


Was Unternehmen tun können – und müssen

Human Risk Management setzt genau hier an. Statt sich nur auf Technik zu verlassen, gilt es, die menschliche Komponente stärker in die Sicherheitsstrategie zu integrieren:

  1. Hintergrundüberprüfungen vor der Anstellung: Wer frühzeitig Risiken erkennt, trifft fundiertere Personalentscheidungen.
  2. Kontinuierliche Prüfungen im Turnus: z. B. alle zwei oder drei Jahre oder risikobasiert bei sicherheitsrelevanten Funktionen
  3. Risikobasierte Zugriffskontrollen: Je sensibler die Position, desto präziser sollten Berechtigungen geregelt sein.
  4. Verhaltensmuster beobachten: Ungewöhnliche Aktivitäten, abrupte Veränderungen oder Spannungen im Team sind oft erste Hinweise.
  5. Sauberes Offboarding: Beim Austritt müssen Zugriffsrechte konsequent entzogen werden – ohne Ausnahmen.
  6. Sicherheitskultur stärken: Aufklärung, Awareness-Trainings und offene Kommunikation fördern eine gesunde Unternehmenskultur.


Fazit

Die grösste Sicherheitslücke ist nicht immer ein technisches System – es kann auch ein Mensch mit Zugang sein. Unternehmen, die Human Risk Management ernst nehmen, schaffen nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr Vertrauen und Resilienz.